Öltanker an die
Leine !

Prestige-Havarie 2002 im
Iberischen Becken vor der Küste Spaniens
Seit Jahren sammeln wir Unterschriften
als Petition an die UNO/UNEP unter dem Motto:
„
Öltanker an die Leine“
Gefordert werden darin:
- Öltanker dürfen nicht annähernd in
die Nähe von Naturreservaten fahren.
- Die Überwachung soll mit Satellit
erfolgen.
- Die Tanker müssen technisch perfekt
sein und die Mannschaften und vor allem der Kapitän müssen einen
hohen Ausbildungsstand haben und große Seefahrterfahrung
nachweisen.
- Nur noch Doppelwandige moderne
Schiffe dürfen zugelassen werden.
- Regelmäßige Überprüfung von
Schiffen und Ausbildungsstand der Kapitäne und Mannschaft.
- Die Forderungen gelten für alle
Schiffe mit gefährlicher Fracht.
Schwarzes Gold und schwarzes Gift
Erdöl ist nicht nur ein wertvoller Rohstoff – es ist auch ein Cocktail von Gefahrenstoffen. Gesundheitsgefährdende, teils sogar Krebs erregende Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff sind darin enthalten: zum Beispiel so genannte "polyzyklische Aromaten" oder Substanzen wie Benzol oder
Naphtalin.
Etwa 1,3 Millionen Tonnen Erdölkohlenwasserstoffe landen jedes Jahr im Meer – das meiste durch chronische, schleichende Verschmutzung wie Eintrag durch die Flüsse oder ganz normaler Schiffsbetrieb.
Etwa 100.000 Tonnen, laufen jährlich bei Tankerunfällen aus. Doch die Folgen für die Meeresumwelt sind bei so einem Unfall katastrophal.
Tankerkatastrophen
Für viel Aufsehen sorgen die immer häufiger werdenden Unfälle von Öltransportern auf den Weltmeeren. Zwar beeinträchtigen sie jeweils "nur" bestimmte Meeresabschnitte oder Küstenregionen, dafür aber in erheblichem Maße.
Öltankerunfälle
seit 1983
| Jahr |
Name |
Alter |
Ort |
Menge in t |
| 1983 |
Castillo de Beliver |
5 |
Saldanha Bay, Südafrika |
257.000 |
| 1985 |
Nova |
10 |
Iran |
70.000 |
| 1988 |
Odyssey |
16 |
700 sm östlich von Novia
Scotia, Kanada |
132.000 |
| 1989 |
Khark 5 |
15 |
120 sm westlich von Marokko |
80.000 |
| 1989 |
Exxon Valdez |
4 |
Prince William Sound, Alaska |
42.000 |
| 1991 |
ABT Summer |
15 |
700 sm westlich von Angola |
260.000 |
| 1991 |
Haven |
18 |
Genua, Italien |
140.000 |
| 1992 |
Aegean Sea |
19 |
La Coruña, Spanien |
72.000 |
| 1992 |
Katina P |
26 |
Maputo, Mozambique |
72.000 |
| 1993 |
Braer |
18 |
Shetland Inseln, Großbritannien |
85.000 |
| 1996 |
Sea Empress |
3 |
Milford Haven, Großbritannien |
70.000 |
| 1997 |
Nachodka |
27 |
Japanisches Meer, Japan |
20.000 |
| 1999 |
Erika |
24 |
Golf von Biskaya, Atlantik |
17.000 |
| 2001 |
Jessica |
30 |
San Cristobal, Galapagos Inseln |
ca 800 |
| 2002 |
Prestige |
26 |
Iberisches Becken, Atlantik |
77.000 |
| |
|
|
|
|
Ursachen der Tankerunfälle:
Alter der Tanker
55% der Öltanker sind über 15 Jahre alt. Dieses erhöht die Verlustrate von Öl. Bei den 5-9 jährigen Schiffen rechnet man mit einer Verlustrate von 0,1%, bei den 20-24 jährigen Schiffen hingegen wird mit einer Verlustrate von fast 1% gerechnet.
Einfache Bordwand
Durch eine einfache Bordwand können bei einem Schiffsunfall Stoffe viel schneller austreten.
Enorme Größe der Tankschiffe
Die enorme Größe eines Tankerschiffes kann dem Kapitän unter schwierigen Bedingungen zum Verhängnis werden. Bei Nebel kann er z.B. von der Brücke aus den Bug nicht sehen.
Billigflaggen
Etwa ein Fünftel aller weltweit eingesetzten Schiffe fahren unter Billigflagge. Durch niedrige Löhne und nicht so
strenge Vorschriften lassen Reedereien ihre Schiffe bevorzugt in Entwicklungsländern registrieren (z.B. in Liberia und Panama ist 1/3 der gesamten Welttankerflotte registriert). Hierbei spielt auch die mangelnde Ausbildung
der Matrosen eine Rolle. Öltanker werden immer häufiger von Besatzungen verschiedener Nationen gesteuert, die im Brandfall kaum in der Lage sind, einander zuzurufen, wo der nächste Feuerlöscher hängt. 1995 fuhren mehr als die Hälfte aller untergegangenen Schiffe unter Billigflagge. Kennzeichnend für solche Schiffe sind die schlechten Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen.
Tanker sind speziell für Nassfrachten konstruiert, meist für Mineralöl. Sie haben die Möglichkeit Millionen von Tonnen zu transportieren.
Ein sehr großes Problem dieser Riesentanker sind dagegen schwerste Umweltschäden, die sie verursachen, wenn sie aufgrund von Kollisionen, Sturmschäden oder menschlichem Versagen auflaufen oder leckschlagen und das Öl ausläuft.
Schiffe ohne Doppelhülle
Öltanker transportieren jährlich knapp zwei Milliarden Tonnen Rohöl und Ölprodukte über die Weltmeere. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Katastrophen. Viele Tankerunfälle haben gerade deshalb verheerende Folgen, weil die betroffenen Schiffe über nur eine Außenhülle verfügen.
Eine zweite Schiffswand kann bei Unfällen oft das Austreten größerer Ölmengen verhindern.
Im Frühjahr 2001 beschloss die "International Maritim
Organisation" (IMO)
endgültig, dass in Zukunft nur noch Doppelhüllentanker gebaut werden dürfen. Bis 2015 sollen Einhüllentanker von den Meeren verschwunden sein. Auch die USA haben festgelegt, ab 2015 nur noch Doppelhüllentanker in ihre Häfen zu lassen. Genau den gleichen Zeitraum peilt die Europäische Union an. Ab 2002 sollen Einhüllentanker schrittweise aus dem Verkehr gezogen werden. Ein erster Hoffnungsschimmer für die Zukunft unserer Meere.
Auch in den nächsten Jahren werden also auf Grund der vollkommen überalterten Tankerflotte tickende Zeitbomben über die Weltmeere kreuzen. 45 Prozent der weltweit operierenden Tanker sind 20 Jahre und älter. Ca. 2000 Tanker sind älter als 25 Jahre!
Die schwarze Flut - der Verlauf einer Ölpest
Auswirkungen der Ölpest

Öl im Meer hat verheerende Auswirkungen auf die Umwelt. Vor allem Seevögel sind betroffen. Der schwarze Stoff verklebt das Gefieder und gelangt durch verzweifelte Putzbemühungen der Tiere schnell in den Magen. Vergiftungen, oft verbunden mit Erfrieren und Verhungern, sind die Folge. Auch die Versuche, verölte Vögel zu retten, sind schwierig. Viele der gereinigten Vögel sind bereits innerlich erkrankt und sterben nach dem Freilassen. Auch für das Wattenmeer ist eine Ölpest katastrophal. Mit dem Gezeitenstrom wird der Schlick überallhin verteilt. Alles Leben erstickt und eine großflächige Reinigung ist fast unmöglich. Wie lange Ökosysteme benötigen, um sich zu erholen, ist von Fall zu Fall verschieden. Manche Systeme erholen sich nie wieder.
ZURÜCK
ZUR STARTSEITE